Diagnostik

Spermiogramm: Ablauf, Normwerte und Befund

Das Spermiogramm ist die wichtigste Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit. Es misst Menge, Beweglichkeit und Form der Spermien und wird nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet.

Kurz erklärt

Ein Spermiogramm untersucht Menge, Beweglichkeit und Form der Spermien nach WHO-Standard. Untere Referenzwerte sind unter anderem 16 Millionen Spermien pro Milliliter, 42 Prozent Gesamtbeweglichkeit und 4 Prozent normal geformte Spermien. Bei Kinderwunsch ist die Untersuchung in der Regel Kassenleistung.

Ablauf

  • Zwei bis sieben Tage vorher auf Samenerguss verzichten
  • Probe durch Selbstbefriedigung in der Praxis oder zu Hause gewinnen, in einem sterilen Becher
  • Probe innerhalb von etwa einer Stunde körperwarm im Labor abgeben
  • Ergebnis meist nach wenigen Tagen

Weil die Werte schwanken, wird ein auffälliges Spermiogramm nach einigen Wochen wiederholt.

Referenzwerte nach WHO (2021)

ParameterUnterer Referenzwert
Ejakulatvolumen1,4 ml
Spermienkonzentration16 Mio. pro ml
Gesamtzahl der Spermien39 Mio. pro Ejakulat
Gesamtbeweglichkeit42 %
Vorwärtsbeweglichkeit30 %
Normale Form (Morphologie)4 %
Lebende Spermien (Vitalität)54 %

Werte unter diesen Grenzen bedeuten nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Sie zeigen, dass die Chancen statistisch geringer sind und eine weitere Abklärung sinnvoll ist.

Fachbegriffe im Befund

BegriffBedeutung
Normozoospermiealle Werte im Referenzbereich
Oligozoospermiezu wenige Spermien
Asthenozoospermieeingeschränkte Beweglichkeit
Teratozoospermiezu wenige normal geformte Spermien
Azoospermiekeine Spermien im Ejakulat

Kosten

Bei unerfülltem Kinderwunsch ist das Spermiogramm in der Regel Kassenleistung. Als Selbstzahlerleistung, etwa zur Vorsorge, kostet es meist 50 bis 150 Euro.

Häufige Fragen

Wie lange vorher sollte ich keinen Samenerguss haben?

Empfohlen sind zwei bis sieben Tage Karenz, damit die Werte vergleichbar sind.

Was bedeutet Azoospermie?

Im Ejakulat finden sich keine Spermien. Ursache kann ein Verschluss der Samenwege oder eine gestörte Spermienbildung sein. Oft lassen sich trotzdem Spermien aus dem Hoden gewinnen.